Soziale Bewegungen in Mittel- und Südamerika deklarieren „Schluss mit REDD+ und dem grünen Kapitalismus“
Hier eine kurze Zusammenfassung der Deklaration, die komplette Übersetzung auf deutsch findet ihr unter: http://www.scribd.com/doc/106582213/Ubersetzung-REDD-Declaration
Verschiedene kleinbäuerliche und inidgene Basisorganisationen und im Umwelt- und Menschenrechtsbereich aktive Gruppen aus Süd- und Mittelamerika veröffentlichten eine Deklaration gegen das REDD+ – Programm der Vereinten Nationen. Anlass ist die Zusammenkunft der subnationalen Regierungen sechs verschiedener Länder, die vom 25. bis zum 27. September 2012 in San Cristobal de las Casas, Chiapas, Mexiko, tagen werden. Ziel der Konferenz ist es, ein neues Programm voranzutreiben und zu bewerben, durch das tropische Wälder zur Privatisierung freigegeben werden und für private Investor_innen mit Regierungsunterstützung geöffnet werden sollen. Dieses Programm nennt sich REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) und erfährt seine Rechtfertigung durch die Klima-Krise. Die 17 regionalen Regierungen, die teilnehmen werden befinden sich in den Ländern Mexiko, Indoniesien, Brasilien, USA, Peru und Nigeria.
REDD+ ist im Prozess der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und dem Clean Development Mechanism (Mechanismus für saubere Entwicklung) entstanden. In diesem Zusammenhang, wird REDD+ unter einem zweifachen Vorwand gerechtfertigt, zum einen, dass durch die zunehmende Entwaldung zwischen 12 und 18 % der Treibhausgas-Emissionen verursacht werden und außerdem, dass tropische Wälder die wichtigsten natürlichen Speicher dieser Gase darstellen. Auf diese Weise werden REDD+ zwei parallel eintretende Effekte zugeschrieben: Die Menge von Treibhausgasen, die durch Entwaldung verursacht werden, zu reduzieren und die Rückbildung dieser Wälder zu fördern. REDD+ bedient sich dabei dem CO2-Handel, welcher die Fortsetzung der Verschmutzung von Unternehmen und Länder des Nordens, die sich durch den hohen Ausstoß von Treibhausgasen auszeichnen, ermöglichen, im Ausgleich zur Förderung sog. “Klimaschutzprojekte” im globalen Süden.
Die Deklaratoin erklärt, dass unter dem Vorwand einen Beitrag zur Lösung des Klimawandels zu leisten, sich REDD+ als Versuch enpuppt, sich der Ressourcen und natürlichen Dienstleistungen des Planeten zu ermächtigen und nicht wie, vom chiapanekischen Gouverneur behauptet, die Biodiversität zu erhalten. Desweiteren würde die nicht-nachhaltige Produktion von Agrotreibstoffen beschönigt, den teilweise bestehen die Aufforstungsprojekte, die als REDD+ – Projekte deklariert werden, aus Monokulturpflanzungen, die zur Produktion sog. “Biotreibstoffen” verwendet werden. Als weiterer Grund, wird das Ziel ausgemacht, den Weg zu ebnen für den Zugriff des Kapitals auf die Wälder und Urwälder tropischer Länder, der bisher vor allem durch die kulturelle und gemeinschaftliche Organisierung der dort lebenden und sich solidarisierenden Menschen, verwährt werden konnte. Bisherige Erfahrungen mit dem Programm haben gezeigt, das dass Programm ebenfalls Menschenrechtsbestimmungen verletzt. So kam es zur Enteignung und zur Vertreibungen von Menschen aus indigenem Territorium, das auf Bepflanzungsprojekte vorbereitet wurde.
Das REDD+ – Programm entpuppt sich dabei als Teil eines neuen Pardigmas, dass zur Zeit weltweit als mögliche Lösung der Wirtschaftskrise gehandelt wird und sich unter dem Label “green economy” versteckt.



